Donnerstag, 31. Juli 2014

In the heat of Neustadt

Aus der Stormarner Ecke lockte diesmal eine Einladung zu einem sommerlich warmen Sonntagstörn am 20. Juli an die Küste. Treffpunkt war wie gehabt der "Blaue Salon" in Bad Oldesloe. Von dort aus sollte nach Bad Segeberg (Bad, immer nur Bad...voll die Bädertour! :-) ) weitergeknattert werden, um dort Lübecker o. ä. einzusammeln. In diesem Fall schloß sich dort sogar ein Hamburger an. Die gesamte Tour hätten wir zeitlich nicht geschafft, und so waren wir froh, daß wir uns mit drei Rollern der lübschen Delegation als Quereinsteiger erst an der Shell-Tränke in Scharbeutz anschließen konnten. Schön auch, daß wir selbst nicht mal Organisatoren waren, sondern einfach mal mittendrin mitgurken und die Abgaswolken der anderen wegschnüffeln konnten.

Kurzes Beschnuppern an der Shell in Scharbeutz

Der Weg nach Scharbeutz war schon reichlich tücksch. Es waren reichlich Sonntagsfahrer unterwegs, denen die Hitze scheinbar ungemein aufs Gemüt schlug. Ein robuster Kupplungszug sowie Vorkenntnisse im Trial-Fahren waren hier von Vorteil. Oft genug kam es vor, daß Autos unvermittelt mitten auf der Fahrbahn ohne zu blinken anhielten oder dachten, daß es sich bei einer Kontaktschleife an der Ampel um eine Art Singlebörse handelte. Es war zum Haare-unterm-Helm-Raufen, und als wir an der Shell endlich ankamen, war ich echt runter mit den Nerven.

An der Waterkant in Neustadt

Kurz nach unserer Ankunft trudelten die Stormarner ein, zusammen mit dem Repräsentanten der Außenstelle Hamburg. Insgesamt waren wir 12 Knattermaxe, das war doch schon ganz anständig. Der Organisator verteilte netterweise gekühlte Macchiati und hatte Berichten zufolge die Meute im Blauen Salon in OD schon mit etwas italienischem Frühstück versorgt. Vespa Servizio vom Feinsten! :-) 

Na, da freut sich aber einer vor der Eisdiele in Niendorf :o)
An der Shell-Tanke wurde (ach was?) getankt und geklönt und ein paar Naßgetränke eingekauft, was bei der Hitze ganz hilfreich war. Dann sattelten wir die Hühner(scheucher) und kämpften uns durch die boliden Blechlawinen an der Küste nach Neustadt. Cabriofahrer hielten sich die Nasen zu, als wir vorbeifuhren, viele Fußgänger lächelten oder zeigten Daumen hoch. Also so ziemlich das übliche Bild, wenn wir zu Hauf auf unseren Krachblechernen unterwegs sind.


Heiß war's!
In Neustadt am Hafen angekommen, drehten wir noch eine Extrarunde durch die Altstadt und terrorisierten zusammen mit anderen falschtaktenden Motorradbanden die Passanten. Am Hafenbecken parkten wir unsere Viecher ab, und schon wurde die Fischbrötchenbude mit dem wohlklingenden Namen "Köstlich" gestürmt. Ein ziemlicher Ansturm für so ein kleines Etablissement, aber mit etwas Geduld kam jeder früher oder später an sein Happa-Happa. Nach einem kurzen Freßgelage in der sengenden Sonne verabschiedete sich schon mal die Außenstelle Hamburg. Zu elft fuhren wir dann über Sierksdorf an der Küste entlang zurück, jedoch nicht ohne einen Boxenstop an der Eisdiele in Niendorf zu machen. Dort parkten wir standesgemäß einen verchromten Reiskocher zu. Als der Fahrer, ein älterer bärtiger Herr in schwarzer Lederkluft, sein Moped aus unserer Menge rausfischen wollte, kamen wir ins Gespräch. Er meinte, er könne endlich mal wieder schön mit dem Motorrad durch die Botanik cruisen, seitdem er geschieden ist. Im Gegensatz zu seiner Ex-Frau, so erzählte er: "Meine Maschine will nicht einkaufen, sie wartet auf mich und widerspricht mir nicht." Na, das war doch mal eine Liebeserklärung an sein Gefährt. Er schien sich bei uns in der Horde auch gleich wohlzufühlen.

Von der Hitze erschöpft landeten wir dann auch wieder heil zu Hause. Als Lübecker hatten wir es zu unserem Nest ja nicht so weit. So ein Röllchen ist doch was Feines - immer Klimaanlage an und Sonnenschutz auf dem Kopp. So kann man die Sommerhitze an der Küste prima aushalten. Danke für den Törn nach Neustadt, hat extremst gemoppt! :O)

Von: Vio

Sonntag, 13. Juli 2014

Vespa vs. Vespa

"Der Prophet zählt nichts im eigenen Land", las ich neulich in einem vespabezogenen Kommentar auf Facebook. Weiterhin stand dort als gutes Beispiel: "Wann habt ihr hier in Deutschland schon mal 'ne Kreidler gesehen?"

Stimmt. Somit war die ewige Misere "Plastik vs. Blech" für mich kurz und knapp erklärt. Dabei fiel mir eine Szenerie ein, die ich zu dem Thema in Rom photographisch festgehalten hatte, als ich dort im März einige Tage Urlaub verbrachte:

Neu oder nicht neu? ... Das ist hier die Frage.
Während meiner Zeit dort begegneten mir 4 PXe und eine V50. Alles andere, dicht an dicht im Straßenverkehr und schlichtweg in der Überzahl, waren Leukoplastbomber. Mich Blechfan hat das geschockt. Ist aber mit Automatik und Käsekästchen im chaotischen römischen Verkehr wohl das Bequemste. In einer Seitengasse stieß ich auf die beiden Kontraste oben auf dem Bild. Hat mir als PK-Liebhaberin richtig eine Träne ins Auge gedrückt. Wenigstens war das Teil noch angeschlossen. Sah aus wie frisch abgestellt, aber in dem Zustand damit noch fahren? ... Na, ich weiß nicht. Schon richtig: Wenn ich eine Kreidler in einer Lübecker Gasse so sehen würde, wäre mir das auch total schnurz. Hat aber auch eine ganz andere Form. Egal, wir forschen weiter, was das Blechvespavirus so ausmacht :-)

Lieben Gruß,
eure Vio

Mittwoch, 9. Juli 2014

W.U.R.S.T. goes Sternfahrt

Anpfiff in Lübeck.
Der Vorschlag von einem Rollerfahrer der Außenstelle Südliches Herzogtum Lauenburg machte neugierig: Ein gemeinsamer Stammtisch einzelner Stammtische aus dem Umland mit dazu passender Ausfahrt. Ein kollektiver W.U.R.S.T. sozusagen. Erst waren aus dem Süden die Hamburger und aus dem Norden die Lübecker dabei, dann wurden schließlich noch die Oldesloer und Stormarner eingeladen und ZACK! hatte man ganz schnell eine ausgewachsene Stammtisch-Sternfahrt.

Als wir die Veranstaltungen und Bekanntmachungen in diversen Internetforen erstellten, hätten wir absolut nicht gedacht, daß die Idee so viel Zuspruch finden würde. Auch andere Rollerbanden rührten ordentlich die Werbetrommel. So fanden sich am 03. Juli bei bestem Wetter an der Eisdiele Pelz in Ratzeburg sage und schreibe 65 Blechrollerfahrer aus (fast) allen Windrichtungen ein. 



Treffen vor der MuK. (Photo: Frank)

Die Lübecker MarzipanWÜRSTE trafen sich um 18 Uhr an der MuK. Ganz schnell wurden wir ganz viele, und pünktlich waren sie auch. Kurz vor Abfahrt kam noch ein großer Schwung aus dem weiteren Umland hinzu, und so starteten wir mit 27 Krachschachteln (2 bogen unterwegs ab) über Groß Grönau - Hornstorf - Groß & Klein Disnack nach Ratzeburg zur Schloßwiese. Das war die gleiche Strecke, die wir zum Ratzecastle Sundowner im September letzten Jahres schon mal gefahren sind (guckt ihr hier: Sunclouding on Ratzecastle Lake), und die hat uns so dermaßen gefallen, daß wir sie zwischendurch immer mal wieder abgeknattert haben. Und so auch heute: Einsame Straßen, glatter Asphalt und schöne (manchmal etwas tücksche) Kurven. 


So ungefähr sah das ganze von oben aus.


Und so unten: Vor der Abfahrt noch schön posen für Touris an der MuK.

Ab durch die Mitte! (Photo: Frank)

Nicht nur die Fahrer haben sich gefreut :-)
War mir schon von vornherein klar, daß ich irgendwann im hinteren Fahrerfeld landen würde. Durchgereicht, sozusagen. Irgendwann fuhren wir als abgesondertes Dreiergrüppchen durch die Lande, eine Lambretta, eine Primavera und ich, so war ich also nicht ganz allein. Als dann aber ein Abfahrtschild nach einem der Disnack-Dingenskirchens kam und ich extra nochmal zur Kreuzung zurückfuhr, um auch sicherzugehen, daß wir nicht falsch abgebogen waren, war ich plötzlich der lonesome rider. Auch nicht übel. Immer dieser Gestank um einen rum und das Zweitakt-Geknattere, bäh, ist ja widerlich! :-))) Generell gut, daß ich mal ganz allein durch die Botanik pflügen konnte, und das für ca. 4 km. Ich wußte ja, wo Ratzeburg lag, also ganz easy. An der Kreuzung zur 207 wurde schon auf mich gewartet, da war aus die Maus mit verträumt Rumeiern. 

Ankunft an der Eisdiele in Ratzeburg.
Als wir bei Pelz ankamen, standen da nicht nur die üblichen falschtaktenden Eisdielencrosser, sondern auch schon reichlich Knatterbüxen aus Blech. Eine Delegation aus dem legendären Kasseburg war auch angekommen. Viele hatten zum Zwecke der Hinfahrt schon 50 bis 80 km zurückgelegt. Für uns Lübecker waren es nur 25 km gewesen.

...und es wurden immer mehr...

Endlose Weiten! ... (Foddo: Frank)
Erstaunlich, wie viele Rollerfahrer so im Untergrund schlummern. Denn wieder haben wir viele neue Gesichter kennengelernt und Bekanntschaften von denen vertieft, die man hin und wieder mal so am Rande sah. Die Frauenquote war diesmal mit 4-5 Vespaletten auch höher als sonst. Immer mehr stießen hinzu, und zum Glück hatten wir unbegrenzt Platz auf dem Kopfsteinpflaster-Parkplatz hinter der Eisdiele. Da grenzte eine Fischhütte an den Parkplatz, und einige, die eher Bock auf Herzhafteres hatten, steuerten direkt darauf zu, mußten jedoch feststellen, daß die Fischbude nur bis 18 Uhr aufhatte. Hätten wir dem Inhaber vorher mal gesteckt, daß wir mit so vielen Rollern die Schloßwiese überfallen würden, dann hätte er das Geschäft seines Lebens gemacht.
 
Stammtisch-Sternfahrt-Rückblick: Immer wieder gern! :0)
Nach einigem Geschnatter und einem Bällchenbad an Eiskugeln brachen die ersten Grüppchen wieder auf. Ein paar Fahrer hatten dann doch einen längeren Rückweg vor sich. Der Großteil der Lübecker war schon vorgefahren auf einen Absacker im Strandsalon, und wir übrigen sind später zu viert kurz vor Sonnenuntergang nachgekommen.

Das war schlichtweg ein unvergleichliches Erlebnis, so viele Roller fernab eines An- oder Abrollerns mitten in der Woche zu einer Ausfahrt zusammenzutrommeln! Erstaunlich, was für Energien freigesetzt werden können, wenn es um diese kleinen stinkenden und lauten Blechzyklopen geht. Einfach klasse, Danke!

Von: Vio


Dienstag, 1. Juli 2014

Die erste Lübecker Bädertour 2014


Erstmal Käffchen am Treffpunkt...
Och Menno! Bei dem "pling pling" des Regens ans Fenster am Sonntagmorgen (29.06.) hätte man sich glatt gern wieder die Bettdecke über den Kopf gezogen. Warm genug war es ja, aber der flüssige Sonnenschein von oben, der nervte. Wir, die Veranstalter der 1. Lübecker Bädertour 2014, würden garantiert fahren. Leid tat es uns nur um diejenigen, die sich von weiter außerhalb (die Rollerbande von "Hamburg rollt!", "Rollerfreunde Stormarn" und aus Nortorf) zur Ausfahrt angekündigt hatten. Und kurioserweise waren sie diejenigen, die so richtig Cojones bewiesen.

Gleich geht's lo-hos... :)

Der Pfiff steckt im Detail... Die hohe Kunst der Platzausnutzung.

Wir selbst hatten uns um halb 9 Uhr morgens schon Plan B, C und D bis H zurechtgelegt. Grundtenor war: Erstmal wie geplant an der MuK in Lübeck treffen, schön Käffchen, und dann weitersehen. Petrus war heute kein Rollerfahrer, und angekündigt war ein Dauerregen bis 15 Uhr. Na, toll.

Hoch und trocken an der MuK.
Vorher wurde unser Servicewagen beladen, der uns netterweise während der Bädertour nach Boltenhagen 2013 schon unter die Arme gegriffen hatte als Lastesel und ...jo, auch.. als Besenwagen. Während ich in meiner Butze Käffchen kochte, trudelten schon die ersten planmäßig ein. Und ganz schnell wurde es ganz schnell voller. Mit dem Kaffekochen kam ich kaum nach, und am Ende waren an die 4,5 Liter Käffchen durch die Maschine gerödelt. Will sagen, wir haben es uns unter dem Vordach der MuK so richtig gemütlich gemacht. Der größte Schwung Rollerfahrer fiel dann kurz vor Abfahrt ein, mit ca. 15 Leuten aus Hamburg und Ahrensburg, die unterwegs die Oldesloer eingesammelt hatten. Ab da stoppte der Regen, und die Sonne kam durch, perfekter kann ein Timing nicht sein.





Die ersten roten Ampeln - und die letzten.
Etwas später als geplant wurde für die 35 Rollers angepfiffen. Der übliche Krach zerschnitt die Luft und die übliche dicke blaue Wolke legte sich über die nördliche Wallhalbinsel. Da ich der hintere Streckenposten war und eh ein wenig die Hummel unter den Vespen bin, kam ich gleich an der ersten Ampel nicht mit. Alle anderen sausten um die Kurve, nur ich stand noch da (zusammen mit dem Servicewagen hinter mir). Klar, daß ich in lachende Gesichter guckte, die da auf dem Gehweg standen. Zwei Fußgänger, die auf ihr Grün warteten, feixten sich einen. "Das ist immer so", rief ich ihnen zu und zuckte lachend mit den Schultern. Zum Glück kannte ich die Strecke und wußte, wo die nächste Nachzügler-Wartestation war. Doch zwei Kreuzungen später hatte ich die Horde schon eingeholt, harr, harr!...


Tank-, Rauch- und Lullerstop an der "Dolomiti"-Tanke vor Ahrensbök
Über Stodo – Dissau – Cashagen – Lebatz knatterten wir zu unserem ersten Tank-, Puller- und Qualmstop: Die Dolomiti-Tanke gleich hinter dem Ortsschild Ahrensbök. Einer der Bäderbande hatte uns zwei Tage vorher schon angekündigt. Den Namen "Dolomiti-Tanke" hat sie dann gleich von uns aufgedrückt bekommen, als immer mehr Rollerfahrer schleckenderweise mit einem Dolomiti-Eis aus der Tankstelle kamen. Ich natürlich gleich hinterher, als ich das sah. Es war auch das einzige Eis in der Truhe, das kurz vorm Ausverkauf stand. So richtig genießen konnten wir das Eis allerdings nicht, da unsere vordere Leitwespe zum Aufbruch rief und wir ordentlich Hirnfrost bekamen, als wir das Wassereis hinunterschlingen mußten. Grrrr!... Nächstes Mal wird hier garantiert ein längerer Dolomiti-Stop eingeplant!

Lauern auf den Start.
Bei Abfahrt überschlugen sich die Ereignisse. Eine Truppe fuhr in die falsche Richtung. Eine Leitwespe mit Schmackes hinterher und alle wieder zurückgeholt. Währenddessen blieb ein Fahrer beim Anschieben liegen. Er wurde gleich von Servicewagen und anderen Fahrern umschwärmt. Letzten Endes fanden wir uns doch alle am Flörkendorfer Weg wieder zusammen, der Liegengebliebene wurde verarztet und sollte mit denjenigen, die ihm halfen, navigiert von einem unserer Streckenposten, gesondert nachkommen. Manchmal ist es wie in einem echten Wespenschwarm: Jeder kümmert sich irgendwie um den anderen. Falls einem was passiert, wird er aufgegabelt, gleich wieder in die Mitte genommen, und es wird weitergeknattert.

Fröhlich bretterte der Schwarm weiter über Schwochel nach Scharbeutz. Als ich diesen Streckenabschnitt das erste Mal probe-abgefahren war, kam mir gleich der Begriff "Geisterbahn" in den Sinn. Ab da bekam dieser Abschnitt unter uns diesen Arbeitstitel: Eine schmale, glattgeteerte Straße, hübsch schlängelig unter tiefhängenden, dichtbelaubten Bäumen. Es war duster, und es roch nach nasser Erde. Wir hatten Glück, daß uns niemand entgegenkam und wir total entspannt freie Bahn hatten.

Wieder schön aufgereiht am Grillstrand.
Für die auswärtigen Gäste der Bädertour hatten wir noch einen Extraschlenker über die "Café-Wichtig-Meile" eingeplant, bevor wir am Grillstrand landeten. Diesmal sah ich weniger Menschen als sonst, die sich die Nase zuhielten. Die meisten starrten erstaunt und lächelten uns zu. Kinderaugen wurden immer größer... Klar, fahrende bunte Dinge, die auch noch anständig Krach machen, sowas kommt bei Kindern immer gut an :-)

Der Schwenkgrill am Grillstrand in Scharbeutz war zwischenzeitlich von einem Bäderbanden-Helferlein schon angeheizt worden. Unsere Parkplätze auf dem Grünstreifen waren von der Gemeindeverwaltung abgeflattert worden, so daß wir, als wir eintrudelten, unsere Kisten schön wie Perlen aneinandergereiht aufstellen konnten. Unser Helferlein machte gleich den Einweiser. Ein Bäderbanden-Bademeister übernahm das Würstchenwenden am Grill. Zwei Salate standen auch zum Verzehr bereit, sowie Kisten mit alkfreier Hopfenkaltschale. Einige überkam akut das Vespa-Gähn, und sie legten sich in den Strandsand und chillten dahin. Auf den Sitzgarnituren konnten wir prima essen und schön klön- und blechschnacken. Kein Lüftchen regte sich, am Horizont war der Himmel grau, aber dennoch saßen wir teilweise in T-Shirts herum. Einfach angenehmes Knatterwetter: Nicht zu kalt und nicht zu heiß mit lauer Flaute.


Bädertour-Bademeister @ work. Hier: Grillen :-)
Die Rapskäfer haben seltsamerweise nur einen Roller von uns überfallen... :O)
Grillen und chillen...

...und klönen und dröhnen.

Fast nach DIN-Norm ausgerichtet :-D

Einem unserer Gäste kam dann die grandiose Idee, im Anschluß noch eine Eisdiele in Niendorf zu überfallen. Diese suchten wir dann auch gesammelt heim. So richtig kollektiv konnten wir die Knatterbüxen dort nicht abstellen, also parkten wir einige gegenüber ab, und der Rest klebte am Zaun an der Ecke der Straße "An der Acht".

Sie standen an den Hängen...

...und Zäunen. I have you all umzingelt!

...und immer schön den Service-Wagen im Nacken.
Danach sollte noch ein Tankstop eingelegt werden. Hier teilte sich der Schwarm plötzlich unerwartet, und die Fahrer der Außenstelle HH und OD bogen an der nächsten Kreuzung rechts ab, während wir geradeaus weiterheizten. War nicht ganz so geplant, doch wir gurkten dann munter weiter zurück nach Lübeck. Dies dann über die übliche Strecke via Häven und Warnsdorf, wo wir Karls Erdbeerhof nochmal ordentlich mit unserer blauen Wolke eingestunken haben. Dann war da noch ein ziemlich geiler Waldabschnitt Richtung Sereetz, so knapp unter Büschen durch und so. Aber irgendwie finde ich den auf der Karte nicht mehr wieder...

Die Meute auf dem Rückweg.
Meine Jacke möfft heute noch nach Zweitakt. Und das ist auch gut so. Trotz aller Vorbereitungen dieser Bädertour, wo uns vorab schon gut die Köpfe geraucht haben, ist es eine schöne Ausfahrt geworden. Und wenn die Gäste zufrieden waren, freut uns das ein zweites Loch in den Auspuff. Wir waren total begeistert, daß sich viele Auswärtige trotz des anfänglich schlechten Wetters auf den langen Weg gemacht haben, um mit uns zu knattern – von hier aus nochmal ein fettes DANKESSÖN an euch! Hat uns enorm Spaß gemacht! Bis bald *wink*

Ihr seid Bädertour! :D

Ach ja: Fundstück am Ende der Tour: Wespe an Vespisti zerschellt. So schnell war ich doch gar nicht...

Von: Vio 

Samstag, 14. Juni 2014

Hot Blech – Tour nach Traventhal zum Oldie-Treffen am 08.06.2014

Die Lübecker Truppe wartet in OD...
Hechel!... Waren bestimmt 30 Grad. Ja, draußen im Schatten. Unterm Helm natürlich noch mehr. Auf dem Roller kommt man ja nicht umhin, sich aus Sicherheitsgründen dicker anzuziehen (find ich jedenfalls). Und bloß nicht lange an der roten Ampel stehen und in der Sonne brüten.

Am Pfingstwochenende war Oldie-Treffen in Traventhal bei Bad Segeberg. Natürlich eine prima Gelegenheit, sein bestes Blechstück auszuführen und sich dort unter Gleichblechgesinnten zu tummeln. Baujahre vor 1987 sollten kostenlosen Eintritt haben...na, dazu später mehr.

Die Stormarner Bande hatte via Facebook zu dieser Ausfahrt aufgerufen. Zentraler Startpunkt war der "Blaue Salon" in Bad Oldesloe, und wir 5 Lübecker ließen es uns nicht nehmen, erst nach OD zu knattern, um dort die Bargteheider und die Oldesloer einzusacken. Ted, der Bär, war auch mit dabei und kippte sich während der Fahrt hier und da im Beiboot eines Bajaj Chetak-Gespanns einen Havanna hinter die Binde. 

Das Gespann erhielt von uns ab Lübeck Geleitschutz, also vorne und hinten je zwei Vespen. Selbstverfreilich genoß ich es, endlich mal ruhigen Gewissens im Schneckentempo durch die Botanik zu brettern. Denn das Gespann fuhr auf Grund des Mehrgewichts noch langsamer als ich.

...bis der Rest eintrudelte :-)
Am "Blauen Salon" angekommen, waren wir völlig von den Socken. Noch niemand da! Normalerweise hatten dort bei unserer Ankunft immer schon einige Roller gestanden. Wir fühlten uns so verlassen und verwaist, daß wir vor lauter Verzweiflung schon einen an der Zapfsäule tankenden Plastikrollerfahrer für unseren Ausflug anwerben wollten. Der guckte nämlich auch schon so verängstigt zu uns herüber. Also trollten wir uns in den knapp vorhandenen Schatten und warteten...

Die Stormarner Meute fiel dann zum Glück noch ein, zusammen mit dem beliebten Servicewagen, der uns schon bei der TSI-Ausfahrt am 04.05. so gut eskortierte. Wir dünsteten noch etwas aus und erfreuten uns leichterer Bekleidung, bevor wir uns in die Mopedkluft schmissen und die Hühner sattelten. Die Route nach Traventhal führte oft durch schön schattige und erdig riechende Waldstücke. Das waren dann so die Momente, wo man in all der Hitze mal super durchatmen konnte. An Ortsnamen wie Nütschau und Dreggers kann ich mich erinnern.

Und SCHWUPPS! waren wir in Traventhal. Daß wir richtig waren, konnten wir schon an der endlosen Blechschlange erkennen, die sich weit vor dem Zielort auftat. Irgendwie kam es, daß wir plötzlich an der Schlange vorbeifahren durften. Na, dann mal schnell hinterher. Und schon standen wir auf einer Weide mit vielen anderen zweirädrigen Kraftfahrzeugen. Vorher hatte eine Dame am Eingang einigen von uns noch Papiere in die Hand gedrückt (Ausstellungsnummern, Kaffee- und Kuchenbons etc.). Bezahlen brauchten wir nichts, weil wir alle irgendwie oldiemäßig aussahen. Kann ja verstehen, wenn das Gespann als älter als 1987 durchging (Bajaj eben, hi, hi...), nur dachte ich, müßte man bei meiner Kiste schon mordsblind sein. Nur weil meiner so laut ist, ist er noch lange kein Oldtimer.

In Traventhal auf dem Ausstellungsgelände.
Daß es hier in Traventhal noch molliger als draußen war, merkten wir erst, als wir uns abparkten, ausplünnten und die Lage sondierten. Das gesamte Ausstellungsgelände war wie ein brodelnder Kessel! Weide, Stoppelacker, Besucher und vor allem die (noch warmen) Motoren einiger der vielen Fahrzeuge strahlten enorm viel Hitze ab. Schatten war rar, und so schlichen wir an der Baumgrenze entlang ums Feld herum. Ich wollte zurück auf meine Eisscholle... Sogar die Männer bekamen bei den Temperaturen Schnappatmung. Eine kleine Truppe machte sich schon vorzeitig im wahrsten Sinne des Wortes vom Acker, da es schlichtweg zu heiß war. Das Gestüt Traventhal war übersät von endlosen Weiten an altem Blech in guter Form, ob Zweirad oder auch Vierrad: Ferrari, BMW, Triumph, Alfa, Mercedes und natürlich VW Käfer, war so ziemlich alles vorhanden, was man aus seiner Kindheit so kannte, damals, als Anschnallgurte noch kein Thema waren und man Autos schon von weitem hören konnte, wenn sie sich näherten.

Abteilung Zweirad-Oldies.
Unser Gespann mit Ted war trotzdem der Oberbrüller. Er entpuppte sich als wahrer Frauenmagnet. Leute posierten mit ihm für Selfies oder Gruppenaufnahmen. Besonders rührend war die Szene, als wir uns für die Abfahrt bereitmachten und zwei kleine Kinder Teds Pfote schüttelten und ihm "Tschüß" sagten. Hach!... :-)

Platzhirsch! Ha, ha...
Wir 5 (oder eben 6 mit Ted) von der Lübecker Truppe waren die letzten, und so machten wir uns über die Dörfer auf in Richtung Marzipanzitti. Zum Glück hatten wir wieder unseren "Pfadfinder" dabei, ein Rollerkollege, der immer die entlegensten und lauschigsten Streckenabschnitte über Land kannte und uns auch damals, am 04. August 2013, von Kasseburg aus über Römnitz (RZ) durch idyllische Landschaften heil nach Hause geleitete. (Guckt ihr hier: Kasseburg-Blog)
 
Ted hatte am meisten Spaß! :D
Diesmal also führte uns unser Navigator über Neuengörs, Rehhorst, Stubben und Zarpen nach Lübeck. Das sind jedenfalls so die Ortsnamen, die ich mir merken konnte. Sie wies eine leichte Treckerdichte auf, und so hielten wir uns bedeckt, im Pulk zu überholen, da wir ja das Gespann in unserer Mitte hatten. Mitten auf der Straße in einem Dorf ging dann das Gespann vor mir aus. Da gingen bei mir erstmal die Alarmglocken an. Doch, so dachte ich, solange der Fahrer noch lächelte, wie in diesem Fall, konnte es nicht so schlimm sein. War's auch nicht: Tank leer. In weiser Voraussicht lag ein Reservekanister unter Ted im Beiwagen, also Snüffelstück rein, slöööööörp!, und weitergeknattert.

Es war später Nachmittag, und wir alle hatten schon ein Loch im Bauch. Wie es sich für Vespisti gehörte, machten wir aus diesem Tag einen italienischen. Fragte sich nur, ob erst zur Eisdiele oder ins Ristorante. So landeten wir zuerst im bzw. vorm L'Osteria an der Untertrave, wo wir äußerst dekorativ unsere Föne aufreihen konnten. Da kann man auch prima draußen sitzen, doch wegen der Hitze setzten wir uns nach drinnen, vor ein großes geöffnetes Flügeltürfenster, von wo aus wir einen perfekten Blick auf unsere Roller und das Getümmel draußen hatten. Und wieder war Ted der Star und mußte oft als Photomodell herhalten. Das Essen war super, und dank der Pizzen mit einem gefühltem Durchmesser von 2 Metern wurden wir alle satt. 
 
Happa-happa: Pizzastop bei L'Osteria.
Es bezog sich ganz deftig, und wir riskierten noch einen weiteren Abstecher zur Eisdiele, nachdem wir uns von Ted und seinem Chauffeur verabschiedet hatten. Ziel war die Eisdiele "Dolomiti" in der Schönböckener Straße, die so richtig oldschool ist: Echte italienische Bedienung und Eisbecher aus Pappe (glaub, da waren sogar Gondeln drauf...). Die Damen hinterm Tresen schwärmten auf Italienisch von unseren Vespen und machten uns ein Angebot, sich eine von unseren aussuchen zu dürfen gegen Eis auf Lebenszeit. 

Die übrigen "Vier Vespatiere" vorm Eiscafé Dolomiti und vor dem Sturm.
Dann wurde es auch so rrrrrichtig düster am Himmel und stürmisch. Es fing an zu plattern, und wir stellten uns in den Eingang des Eiscafés. Als es nach einiger Zeit nicht besser werden wollte, fuhren wir einfach durch den Regen los. Noch kurz auf einen Klönschnack zur Garage des einen Mitfahrers, und dann weiter nach Hause. Schön naß geworden, aber das trocknet schließlich ja auch alles wieder. Und so ein lauwarmer Sommerregen hat, finde ich, doch was unheimlich Läuterndes. Gerade nach einem so heißen Tag. 

Das war mein erster Besuch eines Oldietreffens, und ich freu mich schon auf die Ausfahrt zum Oldtimertreffen in Winsen/Luhe am 17. August.

Von: Vio

Freitag, 6. Juni 2014

Der 8. W.U.R.S.T. im Fünününününü...

Alles Schnitzel beim WURST
Da war er wieder, der WURST. Unser monatlicher Wahnsinnigen- Und RollerSTammtisch. Diesmal fand er relativ außerhalb der Lübecker Innenstadt statt, was aber bedeutet, daß man sein liebstes Stück besser und ticketfrei abparken kann. Der Name der Örtlichkeit war schon lustig, und ich weiß nicht, wie oft ich mich dabei verschrieben habe. Geht um das Fünününü, das da Hinter den Kirschkaten liegt. Bequem den Fön vor die Tür gestellt und ab ins erste Stockwerk, wo sich das Fünününü befindet. Ein großer, weiter und lichtdurchfluteter hoher Saal mit einer Dartwand, vielen Billardtischen und Kickerecken. Mal etwas ganz anderes, zumal wir uns mal bei angenehmer Lautstärke unterhalten konnten, nicht wie im April mit dem Bahnhofsflair des Bar Celona. Donnerstags gibt's im Fünününü immer Schnitzelflatrate, das paßte also ganz gut zu unserem Termin am 05.06. Prozentual gesehen war unsere Rollerrate auch recht hoch: Wir waren 8 Personen am Stammtisch, und unten vor der Tür standen 7 Knatterbüxen, die brav warteten, bis wir ausgeschnackt hatten. Derjenige mit der weitesten Anfahrt kam diesmal aus Bad Oldesloe.
 
"Wir müssen leider draußen bleiben!"


Waren auch alle brav...
Die Themen waren wieder sehr abwechslungsreich. Einmal schweiften wir sogar zum Auto-Benzinschnacken ab. Sonstiger Grundtenor war, daß es dem gemeinen Vespafahrer nicht auf die Endgeschwindigkeit ankommt (ist ja auch auch Dauer total nervig, mit 140 über die Bahn zu knistern), sondern auf den Anzug. Scheint ein viel schöneres Glücksgefühl zu sein, "wenn man mal Enduros an der Ampel ärgern kann" (O-Ton Stammtischler). Nicht nur Nebenluft war (wie so oft) ein Thema, sondern auch: Was tun, wenn der erste Freund der halbwüchsigen Tochter einen Plastikroller fährt?...

Ein neues Datum haben wir auch schon. Der nächste W.U.R.S.T. der Lübecker Rollerszene findet statt am:
Donnerstag, den 03. Juli 2014

Notiert euch schon mal diesen Termin, wir haben, wenn das Wetter mitspielt, an diesem Tag nämlich was ganz Spezielles vor. Dazu bald mehr hier auf diesem Äther.

Keep the engines running! :o)

Liebe Grüße,
Vio
von der Bäderbande

Donnerstag, 5. Juni 2014

Demnächst hier...

... Berichte über Ausfahrten und sonstige Döntjes über die Lübecker Bäderbande. Wer bis dahin noch etwas in älteren Geschichten 'rumschmökern möchte, kann dies hier tun:


Zwischendurch dürft ihr euch gern den Termin der ersten Lübecker Bädertour in 2014 (Untertitel: "Anbaden!") hinter die Löffel und/oder die Rückspiegel schreiben:

29. Juni 2014
Treffen um 11 Uhr auf dem Parkplatz an der MuK in Lübeck.
Danch gibt's erstmal Kaffeeteng.
Abfahrt um 12 Uhr mit Geknatter, Gegrille und Gechille am Zielort Scharbeutz.

Kleiner Bädertour-Teaser... :-)


Mehr Infos später.

Falls ihr Fragen habt, mailt uns gern unter baederbande@gmail.com oder fangt eine(n) der Bäderbande von der Straße weg :0) Wir sind oft in Lübeck und Umgebung unterwegs und fahren das ganze Jahr durch!

Wir freuen uns auf euch!

Liebe Grüße,
Vio
von der Bäderbande